Kleine Kartoffel-Kunde

Die Kartoffel (Solanum tuberosum), auch als Erdapfel und im restlichen deutschsprachigen Raum unter verschiedenen Regionalnamen bekannt, ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae), zu der auch Tomate, Paprika und Tabak gehören. Das Wort Kartoffel leitet sich von "tartuffolo", dem italienischen Wort für Trüffel ab. Der Name der Süßkartoffel (Ipomoea batatas) leitet sich von der ähnlichen Verwendung und dem ähnlichen Aussehen der Knollen ab, nicht von einer Verwandtschaft. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird „Kartoffel“ für die unterirdischen Knollen verwendet. Über diese Knollen kann sich die Pflanze vegetativ vermehren.

Die Samen werden in tomatenähnlichen Beeren gebildet, welche – wie alle grünen Teile der Pflanze – für Menschen ungenießbar bis leicht giftig sind.

Weltweit werden jährlich etwa 300 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Die Kartoffel ist damit in großen Teilen der Welt, auch in Mitteleuropa, ein wichtiges Nahrungsmittel.

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Die Vorbereitung des Ackers auf die Saat erfolgt im Frühjahr. Das Saatbett sollte feinkrümelig sein, um den Saatvorgang, die mechanischen Pflegemaßnahmen und die Ernte zu erleichtern. Der Boden sollte einen guten Luft-, Wasser- und Wärmeaustausch ermöglichen. Flache, große und zusammenhängende Flächen mit feinen, sandigen Böden ohne Steine eignen sich besonders für den Kartoffelanbau. Zudem sind Gebiete mit geringerer Luftfeuchtigkeit, wie in Schleswig-Holstein wegen des reduzierten Krankheitsrisikos besonders interessant für den Kartoffelanbau.

Das Setzen der Saatgut-Kartoffeln erfolgt durch eine spezielle Legemaschine, welche die kleinen Kartoffelknollen im Abstand von 33 cm in eine Tiefe von 8 bis 10 cm setzt und den bis auf diese Tiefe fein bearbeiteten Ackerboden wieder in Dammform verschließt. Gegen Ende der Vegetationszeit, wenn die Knollen genügend groß sind, wird das Kraut meist mechanisch entfernt, um das Wachstum bei der optimalen Knollenbeschaffenheit zu unterbrechen, die Erntefähigkeit herbeizuführen und die Ansteckung der Knollen durch Krankheiten zu verhindern (Abreifebehandlung).

Speisekartoffeln werden nach ihren Kocheigenschaften unterschieden. Nach der Handelsklassenverordnung müssen alle im Handel (auch lose) angebotenen Kartoffeln nach diesen Kocheigenschaften eingeordnet werden. In der EU werden Speisekartoffeln in vier Kochtypen eingeteilt, die mit den Buchstaben A bis D sowie Kombinationen daraus bezeichnet werden. Deutsche Kartoffeln werden darüber hinaus mit einem farbigen Streifen auf der Verpackung gekennzeichnet.
Festkochende Speisekartoffeln

Kochtypen: A und A-B
Farbkennzeichnung: grün

Vorwiegend festkochende Speisekartoffeln

Kochtypen: B-A und B
Farbkennzeichnung: rot

Mehlig kochende Speisekartoffeln

Kochtypen: B-C und C
Farbkennzeichnung: blau

übrige Kochtypen

Kochtypen: C-D und D
dies sind keine Kochtypen im Sinn der Handelsklassenverordnung

Kartoffeln finden Verwendung als Nahrungs- und Futtermittel sowie zur Herstellung von Stärke und Alkohol. Dabei werden beispielsweise in Deutschland fast 60% der Kartoffelernte direkt als Nahrungsmittel genutzt. Etwa 30 % der Kartoffelernte wird für die Herstellung von Stärke und etwa 4 % für die Ethanolgewinnung genutzt. Von der verbleibenden Ernte fallen etwa 6% als Saatgut und gerade mal 1,2 % als Futtermittel an.

Gepellte/geschälte Kartoffeln enthalten:

ca. 15 Prozent Kohlenhydrate (Stärke)
ca. 2 Prozent Eiweiß
ca. 0,1 Prozent Fett
ca. 2,1 Prozent Ballaststoffe
ca. 78 Prozent Wasser
ca. 1 Prozent Mineralstoffe und Spurenelemente wie Natrium, Kalium, Calcium, Phosphor und Eisen
zahlreiche Vitamine, hauptsächlich Vitamin C, aber auch Vitamin A und Vitamine der B-Gruppe
Stoffe, die für den Geschmack und den Geruch der Knolle verantwortlich sind; etwa 140 chemische Verbindungen wurden in rohen, gekochten oder dehydrierten Kartoffeln entdeckt. Die wichtigsten sind 1-Octen-3-ol, (E)-2-Octenol, (E)-2-Octanal und Geraniol, sowie 2-Isopropyl-3-methoxypyrazin, welches die erdige Note im Geruch und Geschmack hervorruft. Derivate des Pyrazin sind es auch, die das Aroma gebackener Kartoffeln ausmachen.

Eiweiß liefert die Kartoffel zwar in bescheidener Menge, dafür ist es aber vergleichsweise hochwertig. Von allen pflanzlichen Eiweißlieferanten hat sie den höchsten Anteil an verwertbarem Eiweiß, das Kartoffeleiweiß verfügt also über eine hohe biologische Wertigkeit. Besonders reich ist das Knollengewächs an den Vitaminen B1, B2 und C.

100 Gramm frische Kartoffeln entsprechen einer Energiemenge von etwa 298 Kilojoule, das entspricht 70 Kilokalorien.

Bei einem Tagesbedarf von rund 1500 - 2000 Kilokalorien wird deutlich, dass die Kartoffel entgegen der landläufigen Meinung kein Dickmacher ist, sondern sogar durch das schnelle Eintreten eines Sättigungsgefühles als gesunder Schlankmacher gelten kann- ideal für eine Diät - und wegen der vielen Inhaltstoffe ganz besonders im Herbst und Winter.

  • Vegane Kartoffelgerichte
  • Kartoffeln Knoblauch Petersilie
  • Indische Bratkartoffeln
  • Bratkartoffeln
  • Backkartoffeln mit Kerbel
  • Ayurvedische Kartoffeln mit frischen Kräutern